
Aufführungsort: dietheater Künstlerhaus (1., Karlsplatz 5)
Termine: Di 16.05.06 - Sa 20.05.06 jeweils 20h
Zur 4.48 Psychose Musik
Für den Soundtrack der Inszenierung von 4.48 Psychose wurde ein Musikstück komponiert, welches den kompletten dramaturgischen Aufbau veranschaulicht. Zerlegt in seine Einzelteile wird die Musik in den verschiedenen Stufen des Dramas eingesetzt und nimmt hierbei eine entscheidende Rolle ein. Vergleichbar einem vierten, "virtuellen" Schauspieler nimmt sie Stellung zu den Geschehnissen auf der Bühne. Durch ihre "Meinungsfreiheit" ergibt sich ein Wechselspiel zwischen unterstützender und kontrapunktierender Funktion.
Zu Text und Inszenierung
Sarah Kanes letzter Text "4.48 Psychose" bildet die Quintessenz aus ihren vorangegangenen Werken, ein Stück im Balanceakt zwischen manischer Depressivität und Lebensbejahung.
Aus der formal komplexen Komposition von Fragmenten im Ursprungstext wurden drei Figuren gemäß einer handlungsähnlichen Dramaturgie destilliert: Er, die IrrSinnige und die IrrSinnige. Das Wortspiel beinhaltet den Kern unserer Fragestellung: In einer postmodernen Welt ist es nur mehr der Liebe und Sinnlichkeit möglich, Sinn zu konstituieren.
Ihn und die IrrSinnige verbindet ein Arzt-Patienten-Verhältnis, die IrrSinnige und Ihn eine Liebesbeziehung. Die beiden Frauenfiguren sind verbunden über ihr Gefühl, außerhalb eines gesellschaftlichen Gefüges zu stehen. Er nimmt den Vernunftpol in diesem Geflecht ein, die IrrSinnige den der Irrationalität, den des Wahns. Die IrrSinnige fungiert als Identifikationsfigur, auch für den Zuschauer. Sie vermittelt zwischen dem Gefühl, an der Welt krank werden zu müssen und dem Appell, weiterzumachen.
Sarah Kane liefert einen Ausweg aus diesem abgeschotteten Monadendasein, aus der Entfremdung gegenüber der Außenwelt. Die Inszenierung versucht ein Beitrag zu sein, um das Noch-Nicht-Abgestumpfte im Selbst zu entdecken.
Weitere Links
Kritik der Vorstellungen 2005 auf ...
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